Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich seit einigen Jahren auch in Nordrhein-Westfalen aus. Als Imkerverein beobachten wir diese Entwicklung aufmerksam – denn die invasive Art stellt eine direkte Bedrohung für unsere Honigbienen dar. Jede Meldung hilft, die Ausbreitung einzuschränken!
Wenn Sie glauben, eine Asiatische Hornisse oder ein Nest entdeckt zu haben, melden Sie den Fund bitte – möglichst mit Foto. Wir prüfen Ihre Meldung und koordinieren bei Bedarf weitere Schritte.

Wie erkenne ich die Asiatische Hornisse?
Die Asiatische Hornisse wird häufig mit der heimischen Europäischen Hornisse verwechselt. Ein Vergleich auf einen Blick:

Die asiatische Hornisse ist besonders zu erkennen an
Warum ist die Asiatische Hornisse problematisch?
Die Asiatische Hornisse ist eine invasive gebietsfremde Art, die ursprünglich aus Südostasien stammt und sich seit 2004 in Europa ausbreitet. In NRW wurde sie erstmals 2023 nachgewiesen.
- Konkurrenz: Sie verdrängt heimische Insekten und stört das ökologische Gleichgewicht.
- Bienenjägerin: Vespa velutina jagt aktiv Honigbienen vor den Fluglöchern – das schwächt Völker erheblich.
- Landwirtschaft: Ernteverluste im Obstbau durch Fraßschäden
- Schnelle Ausbreitung: Ein Volk kann im Herbst mehrere hundert neue Königinnen produzieren.
- Kein natürlicher Feind: In Europa fehlen natürliche Regulatoren für diese Art.
Unsere heimische Europäische Hornisse ist dagegen geschützt und ein wertvoller Teil unseres Ökosystems – sie sollte keinesfalls bekämpft werden.
Nester
Die Asiatische Hornisse baut im Laufe des Jahres drei verschiedene Nesttypen:
🌱 Embryonalnest (Frühjahr)
- Entsteht ab März / April durch die Königin
- Meist in Schuppen, Carports, Dachvorsprüngen oder geschützten Nischen
- Klein, oft nur faustgroß – leicht zu übersehen
- Papierwaben-Struktur, nach unten offen
🌱 Primärnest (Frühsommer)
- Entwickelt sich ab Mai aus dem Embryonalnest
- Meist in Schuppen, Carports, Dachvorsprüngen oder geschützten Nischen
- Kann Fußball- bis Volleyballgröße erreichen
- Deutlich mehr Tiere – erhöhtes Risiko bei Störung
- Das Einflugloch ist unten
🌳 Sekundärnest (Sommer/Herbst)
- Entsteht ab Juli, wenn das Volk umzieht
- Häufig hoch in Bäumen (10–15 m), teils auch an Gebäuden
- Kann immense Größe (100 cm hoch, 60 cm im Durchmesser) erreichen
- Die Kolonie besteht aus ca. 2000 Individuen
Wichtige Verhaltensregeln
- Halten Sie ausreichend Abstand zum Nest (mindestens mehrere Meter).
- Keine eigenen Entfernungsversuche – das ist gefährlich und in Deutschland nur für Fachkräfte erlaubt.
- Vermeiden Sie Erschütterungen und hektische Bewegungen in Nestnähe.
- Fotografieren Sie nur aus sicherer Entfernung (Zoom nutzen).
- Bei akuter Gefahr für Personen: zusätzlich Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmieren.
Fund melden – so gehen Sie vor
Es gibt zwei Wege, einen Fund zu melden – am besten beide:
Bitte melden Sie jeden Fund im offiziellen Landesportal. Ihre Daten fließen direkt in die wissenschaftliche Erfassung ein und bilden die Grundlage für die Entscheidung des Landes NRW über zukünftige Managmentmaßnahmen:
→ Zum NRW-Meldeportal
Wenn Sie zusätzlich möchten, dass unsere Imker den Fund prüfen und Sie ggf. unterstützen, füllen Sie bitte das folgende Formular aus. Wir melden uns zeitnah zurück.
Bitte möglichst ein oder mehrere Fotos beifügen – das erleichtert die Bestimmung erheblich.
Was beim Ausfüllen wichtig ist
- Fundort: möglichst genaue Adresse oder GPS-Koordinaten
- Datum und Uhrzeit der Beobachtung
- Was haben Sie gesehen? Einzelnes Tier, mehrere Tiere, Nest?
- Nesttyp: Lage und Größe des Nests (falls sichtbar)
- Fotos: aus sicherer Entfernung, Zoom nutzen
Meldung an den Bienenzuchtverein Grevenbroich
Weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse:
Mit jeder Meldung tragen Sie dazu bei, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse besser zu verstehen und unsere heimischen Bienen zu schützen.


